Geschrieben von Armin Wolf am Juni - 22 - 2011 | 0 Kommentare
eingeklemmter nerv

Eine falsche Bewegung, eine fehlerhafte Körperhaltung, seelischer oder physischer Stress oder gar ein Unfall kann dazu führen, dass ein Nerv eingeklemmt wird. Das kann sich dadurch bemerkbar machen, dass der Patient einen unentwegten, stechenden Schmerz fühlt, in seinen Bewegungen eingeschränkt ist, ein leichtes bis starkes Kribbeln in der betroffenen Körperregion verspürt oder auch unter Schwindelanfällen leidet. Die laienhafte Bezeichnung „eingeklemmter Nerv“ hat sich weitläufig, auch bei Medizinern durchgesetzt, denn es beschreibt recht treffend das Gefühl, welches der Betroffene in diesem Fall verspürt. Der korrekte, fachterminologische Ausdruck für diese Art von Beschwerden lautet „vertebraler Subluxations-Komplex“ und stammt aus dem Lateinischen. Wortwörtlich übersetzt bedeutet dies: Wirbel betreffende leichte Verrenkung.

Um zu verstehen, was genau geschieht, wenn ein Nerv eingeklemmt wird, muss man zuerst um die Funktionen, den Aufbau und den Verlauf der Nerven im menschlichen Körper wissen. Der Mensch hat Millionen von Nervenbahnen in seinem Körper. Diese sind in Bündeln zusammengefasst und verlaufen vom Gehirn durch ein Loch in der Schädelbasis in die Wirbelsäule, wo sie das Rückenmark bilden. Zwischen den einzelnen Wirbeln befinden sich kleine Kanäle, durch die die Nerven austreten und sich nach und nach wieder in kleinere Bahnen bis hin zu einzelnen Fasern aufteilen. Auf diese Weise entsteht ein engmaschiges Nervennetz im menschlichen Körper. Nerven übernehmen verschiedene Funktionen in unserem Körper. Zum einen gibt es die sensorischen Nerven, die Außenreize an das Gehirn weitergeben (Heiß-kalt-Empfinden, Sehen, Hören, Fühlen etc.), zum anderen gibt es die motorischen Impulsnerven, welche bewusste und unbewusste Bewegungsbefehle vom Gehirn an die Muskeln senden (Atmen, Herzschlag und Muskelkontraktionen).

Das Gefühl eines eingeklemmten Nervs entsteht, wenn sich die Wirbelsäule verrenkt. Dies kann durch Körperfehlhaltung, Stress oder einen Unfall passieren. Dabei kann die Wirbelsäule unnatürlich geknickt oder die Austrittslöcher für die Nerven zwischen den Wirbeln verkleinert werden. Dadurch entsteht Druck auf die Nerven, welche dann in ihrer Funktion gestört sind. Das äußert sich nicht unbedingt in stechenden Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, sondern kann sich auch, je nachdem welche Nerven betroffen sind, durch Kopfschmerzen, Magen-Darm-Erkrankungen, Herz- und Kreislaufproblemen, motorische Störungen, Empfindungsstörungen, Müdigkeit, Leistungsschwäche und vielem mehr bemerkbar machen. Da die Symptome so vielfältig sein können, spricht man eben von dem vertebralen Subluxations-Komplex.

Menschen, die aufgrund eines eingeklemmten Nervs Schmerzen verspüren, sind denen mit anderen Symptomen im Vorteil, denn in solchen Fällen wird schneller verstanden, dass etwas mit Wirbelsäule nicht stimmt. Bei der Verrenkung der Wirbelsäule empfiehlt sich ein Besuch beim Chiropraktiker, denn dieser ist für die manipulative Behandlung ausgebildet. Diese wird unter Umständen mit einer Streck-, Wärme/Kälte- oder Interferenztherapie unterstützt. Medikamentöse oder operative Behandlungsmethoden sind bei einer vertebralen Subluxation dagegen nur in seltenen Fällen angebracht.

© ktsdesign – Fotolia.com