Geschrieben von Armin Wolf am Mai - 2 - 2011 | 0 Kommentare

Unter den untersuchten Werten im Blut des Betroffenen werden dann auch die sogenannten Leberwerte überprüft. Erhält der Betroffene die Mitteilung, dass er erhöhte oder sogar schlechte Leberwerte hat, ist er zunächst einmal verwirrt und vielleicht auch verängstigt. Nicht selten stellen sich Betroffene die Frage, ob dies lebensgefährlich ist oder ob sie nun schwer krank sind. Gerne wird dann auch der Bezug zu einem hohen Alkoholkonsum hergestellt. Nicht nur für den Betroffenen selbst, sondern auch für den Arzt stellen sich bei diesem Befund mehr Fragen als Antworten. Denn erhöhte Leberwerte geben keine Auskunft darüber, was eigentlich im Körper des Betroffenen gerade passiert. Diesen Befund aber einfach abzutun, wäre falsch. Denn werden hohe oder erhöhte Werte in der Leber gefunden, sollte eine genaue Abklärung durch den Arzt erfolgen.

Die Routine-Leberwerte sagen dem Arzt, dass Leberzellen zerstört worden sind. So messen diese Werte die Aktivität von entsprechenden Enzymen, die in der Regel nur in der Leber selbst vorkommen. Wird also anhand der Ergebnisse festgestellt, dass sich diese Enzyme im Blut befinden, ist es ganz klar, dass kürzlich Zellen in der Leber gestorben sind. Nur kann der Arzt noch nicht feststellen, warum dies passiert. Zunächst wird der Arzt ein eingehendes und intensives Gespräch mit dem Betroffenen führen. Hier geht es hauptsächlich um frühere und jetzige Krankheiten, Erkrankungen in der Familie sowie die Frage nach eingenommenen Medikamenten. Auch nach der Einnahme von homöopathischen Mitteln wird gefragt. Des Weiteren wird der Betroffene auch nach seinem Alkohol- und Drogenkonsum befragt sowie danach, ob es rasche Gewichtsveränderungen gab. Aber auch die Frage nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr spielt hier eine wichtige Rolle, da es sich um eine Ansteckung mit Hepatitis-Viren handeln kann. Es kann eine Weile dauern, bis der Arzt seinen Fragenkatalog abgearbeitet hat. Erst danach erfolgt eine gründliche Untersuchung. Hier wird dann herausgefunden, was die Leberschädigung verursacht und wie weit dieser Schaden schon fortgeschritten ist. Weitere Bluttests sind hier an der Tagesordnung. Hierdurch können häufige chronische Erkrankungen gesucht und ggf. ausgeschlossen werden. Auch seltene Erbkrankheiten, Störungen des Fettstoffwechsels oder immunologische Erkrankungen können hohe Werte in der Leber verursachen.

Bei der Ursachenforschung sowie der Feststellung, wie schwer der Leberschaden bereits ist, wird eine Ultraschalluntersuchung vorgenommen. Hier ist die Leber exzellent darstellbar. Eine chronische Schädigung oder ein Lebertumor sowie auch eine Leberzirrhose kann hier direkt erkannt werden. Mithilfe einer Biopsie oder Punktion kann der Arzt eine Gewebeprobe aus der Leber entnehmen. Dies dient ebenfalls der Ursachenforschung. Zudem kann hiermit das Ausmaß des eventuell bestehenden Leberschadens bestimmt werden.

Jedoch kann neben den schweren Lebererkrankungen auch ein ganz anderes Ergebnis zutage treten. Bei nur leicht erhöhten Werten in der Leber und ohne einen Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung kann durch eine Ernährungsumstellung und Umstellung der Lebensweise Abhilfe geschaffen werden. So sollte der Betroffene zunächst auf Alkohol verzichten und sich gesund ernähren. Nach einem halben Jahr sollte erneut Blut abgenommen werden, um noch einmal die Leberwerte zu überprüfen.