Geschrieben von Armin Wolf am Februar - 17 - 2011 | 0 Kommentare

In Deutschland sind circa 5 Millionen Menschen von Blasenschwäche betroffen. Rund 75 Prozent Inkontinenz-Patienten sind Frauen. Entgegen dem eingefleischten Vorurteil, Blasenschwäche sei ein Altersleiden, kann die Harninkontinenz bei Menschen jeglichen Alters auftreten.

Die Ursachen für Blasenschwäche sind vielfältig, aber das Problem ist bei allen Betroffenen dasselbe. Inkontinenz entsteht, wenn eine Funktionsstörung der Blasenmuskulatur, des Verschlusssystems der Harnröhre oder des Nervenzentrums vorliegt. Je nach Organbereich kann es zu tropfenweisem Harnverlust oder zum vollständigen Entleeren der Blase kommen.

Es gibt viele Umstände, unter denen Blasenschwäsche auftreten kann. Meist sind die Ursachen physischer Natur, aber auch psychische Belastungen können für Inkontinenz verantwortlich sein. Die körperlichen Gründe sind oftmals Entzündungen des Blasenapparates oder ein Abschwächen der Bodenbeckenmuskulatur. Bei Männern kommt es häufig zur Blasenschwäche, wenn sich die Prostata vergrößert oder in anderer Weise verändert. Inkontinenz bei Frauen tritt oft im Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen wie in den Wechseljahren oder aber auch während der Schwangerschaft auf. Auch wenn die Ursachen wie geschildert ganz unterschiedlich sein können, unterscheidet man die Inkontinenz in sechs Untergruppen. Zur Unterscheidung der sechs Formen wird nach den jeweiligen Symptomen kategorisiert. Man spricht von Belastungsinkontinenz, wenn bei einem erhöhten Druck auf den Bauchraum (z. B. beim Tragen schwerer Gegenstände, aber auch beim Lachen oder Niesen) der Schließmechanismus der Blase nachgibt und infolgedessen Urin austritt. Bei der Dranginkontinenz tritt plötzlich ein starker Harndrang auf, der in leichten Fällen dieser Blasenschwäche noch bis zur Toilette unterdrückt werden kann, in schweren Formen aber zum sofortigen Wasserlassen führt. Hier ist die Funktion des Nervenzentrums gestört. Eine Überlaufinkontinenz liegt vor, wenn spontan ohne Harndrang oder Anstrengung Urin abgegeben wird. Meist ist dann die Muskelfunktion der Blase gestört oder die Harnröhre verengt. Die Reflexinkontinenz bezeichnet das nicht steuerbare Ablassen von Urin. Dies passiert in Fällen von unterbrochenen Nervenbahnen wie bei Querschnittlähmungen. Das Bettnässen hat hormonelle Ursachen und tritt meist bei Kindern, aber auch bei 2% der Erwachsenen auf. Die Extraurethale Blasenschwäche ist selten. Dabei tritt der Urin nicht durch die Harnröhre, sondern durch andere Öffnungen aus.

Die Therapieformen bei Inkontinenz reichen von Muskeltraining über das Erstellen individueller Trink- und Toilettenpläne bis hin zu medikamentöser Behandlung oder OPs. Eine Abklärung beim Arzt hilft, eine schnelle Beseitigung oder Eindämmung der Blasenschwäche zu erzielen.